übe Versöhnung

 

Unter Versöhnung verstehen wir, dass wir nach einem Streit, einer Kränkung oder einem Konflikt Frieden schließen und dem anderen vergeben. Versöhnung gibt es sowohl im kleinen Rahmen mit dem Partner oder einem Täter nach einem Verbrechen, als auch zwischen verschiedenen Volksgruppen oder Völkern.

 

Kleine Kinder beschreiben Versöhnung manchmal mit “wieder gut sein“.
 

Wenn wir uns mit anderen Menschen versöhnen, dann erwarten wir gewöhnlich von ihm, dass er sein Verhalten bereut und sich bei uns für sein Verhalten entschuldigt. Sich mit sich selbst oder einem anderen Menschen zu versöhnen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Es ist eine Aufgabe, die wir aktiv angehen müssen und die zunächst in unserem Inneren stattfindet.


Sich versöhnen bedeutet, dass


- wir den Wunsch aufgeben, Recht haben zu müssen
- wir das Bestreben aufgeben, den anderen zu bestrafen und Rache zu nehmen
- wir lernen, die Ereignisse so anzunehmen, wie sie passiert sind
- wir uns darum bemühen, zu verstehen, weshalb sich der andere so verhalten hat
- wir die Vergangenheit abschließen und uns auf die Zukunft konzentrieren
- wir akzeptieren, dass der andere nicht perfekt ist
- wir akzeptieren, dass wir nicht perfekt sind
- wir uns bzw. dem anderen verzeihen
- wir bereit sind, dem anderen wieder zu vertrauen und ihm eine Change geben

 

Welche Vorteile hat es, sich zu versöhnen?


Durch Versöhnung können wir selber viel gewinnen. Wir fühlen uns frei von Schuld-Gefühlen und Selbsthass und können unsere Gedanken auf das richten, was wir in der Gegenwart und Zukunft erreichen möchten. Anspannung, Wut, Hass und Verbitterung lassen nach. Wir stärken unser Selbstwertgefühl, denn wir können erleben, dass wir nicht in der Opferrolle sind.

Über unsere Gedanken und Gefühle haben wir die Kontrolle und nicht der andere. Durch Versöhnung geben wir der Beziehung zu dem anderen eine neue Change. Damit die Versöhnung auf Gegenseitigkeit beruht, muss der andere einwilligen.
 


Quelle: Lebenshilfe ABC / Autor Dr. Doris Wolf