die Verbindung

 

Gewaltfreie Kommunikation ist ein Prozeß, der eine Verbindung schafft, welche die Erfüllung der Bedürfnisse aller Beteiligter möglich macht - eine Voraussetzung für echte Kooperation und für die Lösung von Problemen selbst in den schwierigsten Situationen. In seiner mehr als 35jährigen Praxis als Vermittler in Konflikten - sowohl zwischen Einzelnen als auch zwischen krieg führenden Gruppen auf der ganzen Welt - hat Marshall B. Rosenberg erfahren, daß es möglich ist, Konflikte auf friedliche Weise und zu allseitiger Zufriedenheit zu lösen.

Dabei geht es nicht um fragwürdige Kompromisse, sondern um das Herstellen einer einfühlsamen und von Respekt geprägten Verbindung zwischen den Konfliktparteien. Echte Kooperation kann entstehen, wenn die Beteiligten darauf vertrauen, dass ihren Bedürfnissen und Werten respektvoll Rechnung getragen wird.

Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als "gewalttätig", dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid - bei uns selbst oder bei anderen. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns bei der Umgestaltung unseres sprachlichen Ausdrucks und unserer Art zuzuhören. Aus gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen werden bewusste Antworten. Wir werden angeregt, uns ehrlich und klar auszudrücken und gleichzeitig anderen Menschen unsere respektvolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn wir die Gewaltfreie Kommunikation in unseren Interaktionen anwenden, ob mit uns selbst, mit einem anderen Menschen oder in einer Gruppe, kommen wir an eine Tür, die auf allen Ebenen der Kommunikation, in allen Altersklassen und in den unterschiedlichsten Situationen im Beruf, im Privatleben und auf dem politischen Parkett erfolgreich geöffnet werden kann.

Das verborgene Geschenk des Ärgers entdecken. Wir fühlen die Wut, wenn sie uns überfällt. Unser Gesicht läuft rot an, der Blickwinkel verengt sich, der Herzschlag nimmt zu und wir werden von beurteilenden Gedanken überflutet. Unsere Wut wurde ausgelöst und gleich werden wir etwas sagen, das alles noch viel schlimmer macht. Doch es gibt eine Alternative. In der Gewaltfreien Kommunikation lernen wir, dass Wut einem ganz bestimmten lebensbereichernden Zweck dient.

Sie ist ein Alarmsignal dafür, dass wir von dem, was wir wertschätzen, getrennt sind und dass unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Es kann also nicht darum gehen, die Wut in den Griff zu bekommen, indem wir Gefühle unterdrücken oder dass wir andere anbrüllen, um unsere Beurteilungen loszuwerden. Marshall Rosenberg zeigt, wie wir mit Hilfe unserer Wut unsere Bedürfnisse entdecken und wie wir sie auf konstruktive Weise erfüllen können.

 

Quelle M.B.Rosenberg:

Eine Sprache des Leben | Das können wir klären | Was deine Wut dir sagen will